Familienwappen erstellen · Ratgeber
Einem überlieferten Familienwappen auf die Spur kommen
Bevor Sie ein Wappen gestalten, lohnt die Frage, ob Ihre Familie vielleicht schon eines besass. Dieser Ratgeber zeigt, wo Sie suchen, wie Sie die Abstammung Schritt für Schritt belegen und wie Sie unseriöse Angebote sicher erkennen.
Auf Spurensuche
Erst prüfen, ob überhaupt ein Wappen existiert
Viele Menschen fragen sich, ob ihre Familie schon vor Generationen ein Wappen geführt hat. Wer ein altes familienwappen finden recherchieren möchte, sollte mit einer nüchternen Erwartung beginnen. Die allermeisten Familien haben historisch nie ein Wappen besessen, denn Wappen waren längst nicht so verbreitet, wie es heutige Angebote vermuten lassen.
Ein häufiges Missverständnis ist die Vorstellung, es gäbe pro Nachname genau ein Wappen. Das ist falsch. Wappen gehören einer bestimmten Familie, nicht einem Namen. Zwei Familien mit gleichem Namen können völlig verschiedene oder gar keine Wappen haben. Der Ratgeber zum Familienwappen vertieft das, hier geht es um die eigentliche Recherche.
Wo suchen
Diese Quellen bringen Sie weiter
Eine gute Recherche beginnt zu Hause und weitet sich dann auf öffentliche Sammlungen aus. Wichtig ist, jeden Schritt zu belegen, statt sich auf Vermutungen zu verlassen.
Wer ein altes familienwappen finden recherchieren will, sammelt zuerst alles, was die Familie an alten Gegenständen bewahrt. Ein Siegelring, ein geprägter Briefkopf oder ein Wappen an einem Möbelstück sind wertvolle Anhaltspunkte. Erst danach lohnt der Gang in Archive und Wappensammlungen.
Parallel dazu bauen Sie einen Stammbaum auf. Nur wenn Sie die Abstammung lückenlos belegen, können Sie ein gefundenes Wappen überhaupt Ihrer eigenen Linie zuordnen. Ohne diesen Nachweis bleibt jedes Fundstück nur ein Wappen zum gleichen Namen, aber keines, das Ihnen gehört.
Vorsicht
Hüten Sie sich vor dem Wappenschwindel
Im Internet und per Post kursieren Angebote, die ein angeblich zu Ihrem Nachnamen gehörendes Wappen samt Urkunde verkaufen. Das ist in aller Regel ein Geschäft mit einem Missverständnis. Ein Wappen gehört einer Familie, nicht einem Namen, und lässt sich nicht auf diesem Weg erwerben.
- ✓Kein Wappen pro Nachname, Wappen gehören einzelnen Familien
- ✓Urkunden aus dem Versand belegen keine echte Abstammung
- ✓Abstammung zählt, nicht der bloss gleiche Familienname
- ✓Belege sammeln aus Kirchenbüchern und Archiven
- ✓Im Zweifel Fachleute wie Genealogen und Heraldiker fragen
Wenn nichts zu finden ist
Was tun, wenn kein altes Wappen existiert
Ergibt die Suche, dass Ihre Familie nie ein Wappen geführt hat, ist das kein Grund zur Enttäuschung. Es bedeutet schlicht, dass Sie am Anfang einer eigenen Tradition stehen. Ein neu gestaltetes Wappen ist ebenso gültig wie ein altes und kann künftigen Generationen weitergegeben werden.
Viele empfinden es sogar als reizvoll, ein Zeichen zu schaffen, das die eigene Familie widerspiegelt, statt ein fremdes zu übernehmen. Wer zuvor vergeblich versucht hat, ein altes familienwappen finden recherchieren zu lassen, hat oft schon viel über die eigene Herkunft gelernt, das in den neuen Entwurf einfliessen kann.
Ob altes Fundstück oder neuer Entwurf, entscheidend ist die saubere Gestaltung nach den heraldischen Regeln. So entsteht ein Zeichen, das Bestand hat und mit Stolz geführt werden kann.
Schritt für Schritt
So gehen Sie die Recherche systematisch an
Eine erfolgreiche Suche folgt einer festen Reihenfolge. Am Anfang steht das Gespräch mit den ältesten Verwandten. Sie erinnern sich oft an Gegenstände, Namen und Orte, die kein Archiv verzeichnet, und geben so die entscheidenden ersten Hinweise für die weitere Suche.
Danach tragen Sie alle Belege zusammen und ordnen sie in einem Stammbaum. Jede Generation, die Sie sauber belegen, bringt Sie einer möglichen Wappenführung näher. Kirchenbücher mit Tauf-, Heirats- und Sterbeeinträgen sind dabei die wichtigste Quelle, weil sie weit zurückreichen.
Erst wenn die Linie steht, vergleichen Sie sie mit den Einträgen in Wappenrollen und Sammlungen. Wer ein altes familienwappen finden recherchieren will, muss ein gefundenes Zeichen zweifelsfrei der eigenen Linie zuordnen können, sonst bleibt es reine Namensgleichheit.
Stossen Sie an Grenzen, lohnt der Kontakt zu einem Genealogen oder einem heraldischen Verein. Solche Fachleute kennen die Archive, lesen alte Schriften und ordnen Funde sachkundig ein. Das erspart Umwege und schützt vor voreiligen Schlüssen.
Belege sichern
Wie Sie Ihre Funde richtig festhalten
Jeder Fund ist nur so viel wert wie sein Beleg. Fotografieren Sie alte Siegel, Ringe und Urkunden, notieren Sie, woher ein Stück stammt, und halten Sie fest, wer es Ihnen gezeigt hat. So entsteht nach und nach eine nachvollziehbare Sammlung statt einer losen Reihe von Vermutungen.
Ordnen Sie Ihre Funde einer konkreten Person im Stammbaum zu. Ein Wappen auf einem Grabstein hilft nur dann weiter, wenn Sie belegen können, dass die dort bestattete Person zu Ihrer Linie gehört. Genau diese Verbindung ist der Kern jeder seriösen Wappenforschung.
Bewahren Sie auch fehlgeschlagene Spuren auf. Die Notiz, dass ein bestimmter Zweig kein Wappen führte, erspart Ihnen später die doppelte Arbeit und schützt vor der Versuchung, ein fremdes Zeichen doch noch der eigenen Familie zuzuschreiben.
Am Ende steht im besten Fall ein sauber belegtes Wappen mit klarer Herkunft. Und selbst wenn die Suche ergebnislos bleibt, halten Sie eine wertvolle Familiengeschichte in Händen, die die Grundlage für ein neues, eigenes Wappen bilden kann.
Zum ausführlichen Ratgeber Familienwappen erstellen
Vom historischen Fund bis zum eigenen Entwurf führt Sie der ausführliche Hauptartikel.
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Häufige Fragen
