Domain Rating und tatsächliche Sichtbarkeit getrennt beurteilen

Ratgeber · Domain Rating

Suchergebnisse, Besuche und Anfragen auseinanderhalten

Unterscheiden Sie Linkprofil, Auffindbarkeit und Kundenkontakte und wählen Sie für jede Frage die passenden Daten. Symbolbild

Grundlage

Für jede Frage die passende Messgröße auswählen

In einer Auswertung können viele Zahlen nebeneinanderstehen und trotzdem wichtige Fragen unbeantwortet bleiben. Entscheidend ist zunächst, was Sie wissen möchten. Geht es um externe Verweise, um das Erscheinen Ihrer Seiten in der Suche oder um konkrete Anfragen? Diese Fragen benötigen unterschiedliche Informationen. Eine übersichtliche Besprechung beginnt deshalb mit dem Zweck der Auswertung und nicht mit dem auffälligsten Zahlenwert.

Prüfung gedruckter Website-Entwürfe an einem Schreibtisch mit Laptop
Symbolbild zur Inhaltsplanung, keine Darstellung eines tatsächlichen Kundenprojekts.

Das Linkprofil als eigenen Untersuchungsgegenstand behandeln

Domain Rating ist eine Kennzahl von Ahrefs zur relativen Stärke des Backlink-Profils einer Domain. Sie misst weder die Zahl Ihrer Kunden noch den Erfolg eines einzelnen Angebots. Ein hoher Wert kann in einer Quellenübersicht interessant sein. Er beantwortet aber nicht, ob Besucher auf Ihrer Leistungsseite die Informationen finden, die sie vor einer Kontaktaufnahme benötigen.

Wenn ein Bericht mit dem DR-Wert beginnt, fragen Sie nach dem Zusammenhang zur untersuchten Aufgabe. Soll eine Quelle eingeordnet oder eine Veränderung im Linkprofil untersucht werden? Dann kann der Wert eine ergänzende Information liefern. Soll dagegen erklärt werden, warum ein Formular selten genutzt wird, muss die Untersuchung auch den Weg dorthin betrachten. Die Bedeutung der Kennzahl erläutert unser Beitrag zu den Grundlagen des Domain Ratings.

Jede Frage braucht passende Informationen
Jede Frage braucht passende Informationen.

Erscheinen und Klicken in der Suche unterscheiden

Die Google Search Console stellt unter anderem Impressionen und Klicks für Suchergebnisse bereit. Vereinfacht beschreiben diese Werte das Erscheinen eines Ergebnisses und die darüber ausgelösten Klicks. Sie sind deshalb näher an der Frage nach Ihrer Auffindbarkeit als eine Kennzahl des Linkprofils. Trotzdem erzählen auch diese Werte allein noch nicht die ganze Geschichte einer Kundenentscheidung.

Ein Suchergebnis kann gesehen werden, ohne dass jemand Ihre Website besucht. Ein Klick kann zu einer hilfreichen Information führen, ohne unmittelbar eine Anfrage auszulösen. Halten Sie diese Schritte getrennt, statt jede Veränderung als zusätzlichen Kundenkontakt zu bezeichnen. Für eine genaue Auslegung sind die jeweiligen Zählregeln maßgeblich. Google beschreibt sie in der Dokumentation zu Impressionen, Positionen und Klicks.

Einordnung

Die richtigen Seiten und Suchanfragen gemeinsam betrachten

Die gesamte Website kann sich anders entwickeln als eine einzelne Leistungsseite. Eine große Gesamtzahl verdeckt möglicherweise, welche Angebote tatsächlich Aufmerksamkeit erhalten. Für Ihre Entscheidungen ist deshalb eine Auswahl sinnvoll, die zu Ihren geschäftlichen Fragen passt. Beschreiben Sie vor der Auswertung, welche Leistungen, Kundengruppen und Zeiträume im Mittelpunkt stehen sollen.

Markenbezogene und allgemeine Nachfrage auseinanderhalten

Wer bereits Ihren Firmennamen kennt, sucht mit einer anderen Ausgangslage als jemand, der erstmals einen passenden Anbieter finden möchte. Beide Arten von Nachfrage können wichtig sein. Werden sie ohne Erklärung zusammengefasst, lässt sich aber schwer erkennen, welche Entwicklung eine Auswertung eigentlich zeigt. Notieren Sie daher, welche Suchanfragen Sie betrachten und weshalb sie für Ihr Angebot relevant sind.

Ein Betrieb könnte beispielsweise die Nachfrage nach seinem Namen getrennt von Fragen zu einer bestimmten Dienstleistung besprechen. Das ist ein methodisches Beispiel, keine Aussage über Ihre vorhandenen Daten. Anschließend wird geprüft, welche Seite die jeweilige Frage beantworten soll. So entsteht ein nachvollziehbarer Bezug zwischen Suchinteresse, Inhalt und Kontaktmöglichkeit. Eine pauschale Aussage über die gesamte Domain reicht für diese Zuordnung nicht aus.

Gedruckte Seitenentwürfe und eine schematische Seitenstruktur liegen neben einem Laptop
Symbolbild – Seitenentwürfe und ihre Zuordnung helfen, die Auswertung auf konkrete Angebote zu beziehen.

Vergleichszeiträume und Veränderungen festhalten

Wählen Sie für einen Vergleich Zeiträume, die Ihre Fragestellung sinnvoll abbilden. Notieren Sie außerdem wichtige Änderungen am Angebot, an den Inhalten und an der Website. Eine neue Leistungsseite oder geänderte Kontaktwege gehören in diesen Verlauf. Ohne solche Angaben bleibt bei einer späteren Besprechung unklar, welche Voraussetzungen im jeweiligen Zeitraum bestanden haben.

Auch ein sorgfältig gewählter Vergleich beweist noch keine eindeutige Ursache. Wenn mehrere Arbeiten und Veränderungen zusammenfallen, sollten sie getrennt dokumentiert werden. Ein Bericht kann eine Entwicklung zeigen, während ihre Erklärung offenbleibt. Diese Trennung hilft, weder einen Erfolg vorschnell einer einzelnen Veröffentlichung zuzuschreiben noch einen Rückgang ohne Prüfung einer bestimmten Maßnahme anzulasten. Die Kennzahl darf den vorhandenen Nachweis nicht ersetzen.

Vorgehen

Von der Auffindbarkeit zur passenden Kontaktaufnahme weiterdenken

Für ein Unternehmen ist meist nicht nur interessant, ob eine Seite gefunden wird. Besucher sollen auch verstehen, welche Leistung angeboten wird und wie eine Anfrage möglich ist. Deshalb gehört zur Besprechung der Ergebnisse ein Blick auf die tatsächliche Seite. Die Auswertung und die Prüfung des Nutzerwegs ergänzen sich, statt sich gegenseitig zu ersetzen.

Angebot und Kontaktweg praktisch überprüfen

Öffnen Sie die betreffende Leistungsseite auf einem Smartphone und lesen Sie sie aus Sicht eines Interessenten. Wird deutlich, für wen das Angebot gedacht ist? Sind wichtige Voraussetzungen erklärt? Sind Telefonnummer und Kontaktmöglichkeit erreichbar? Solche Fragen lassen sich unmittelbar prüfen. Ein höherer DR-Wert beantwortet sie nicht und behebt auch keinen fehlerhaften Link oder ein unverständliches Formular.

Halten Sie konkrete Probleme mit der jeweiligen Seitenadresse fest. Eine Rückmeldung wie „die Website überzeugt nicht“ lässt viel Spielraum. Die Beobachtung, dass eine wichtige Leistungserklärung fehlt oder der Kontaktbutton zu einem falschen Ziel führt, ermöglicht dagegen eine gezielte Korrektur. Danach wird derselbe Weg erneut geprüft. So entsteht eine überprüfbare Verbesserung, unabhängig davon, ob sich eine externe Kennzahl im selben Zeitraum verändert.

Ein Laptop zeigt einen beispielhaften Kontaktbereich mit Formularfeldern
Symbolbild – Eine beispielhafte Kontaktseite zeigt, welcher nächste Schritt auf einer Zielseite geprüft werden kann.

Anfragen und beauftragte Arbeiten sauber einordnen

Klären Sie vor einer Erfolgsauswertung, was in Ihrem Betrieb als passende Anfrage gilt. Eine allgemeine Auskunft, eine Bewerbung und eine konkrete Projektanfrage haben unterschiedliche Bedeutungen. Ohne diese Unterscheidung kann eine Gesamtzahl ein falsches Bild vermitteln. Soweit die vorhandenen Informationen es zulassen, sollte auch kenntlich bleiben, welche Kontakte überhaupt einem bestimmten Onlineweg zugeordnet werden können.

Für die Zusammenarbeit werden anschließend konkrete Aufgaben vereinbart. Dazu können bessere Leistungsbeschreibungen, die Korrektur von Kontaktwegen oder zusätzliche Inhalte gehören. Eine Website mit fünf Unterseiten bedeutet keinen unbegrenzten Umfang für regionale Seiten und laufende Betreuung. Der tatsächliche Bedarf wird gesondert besprochen. Wie wir Ausgangslage und nächste Schritte einordnen, zeigt unsere Leistungsseite zum Domain Rating.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kennzahlen und Sichtbarkeit

Zeigt ein hoher DR-Wert eine gute Google-Position?

Nein. Die Kennzahl ersetzt keine Untersuchung konkreter Suchanfragen und Ergebnisse. Ahrefs erläutert selbst, dass kein Beleg für die Verwendung des DR-Werts als Rankingfaktor durch Suchmaschinen vorliegt. Eine Position lässt sich daraus nicht verbindlich ableiten.

Sind Klicks bereits Kundenanfragen?

Nein. Ein Klick beschreibt zunächst einen Schritt zur Website. Ob daraus eine passende Anfrage entsteht, muss gesondert betrachtet werden. Deshalb sollten Berichte die Begriffe Klick, Besuch und Anfrage nicht ohne Erklärung gleichsetzen.

Warum reicht die Gesamtzahl für die Website nicht aus?

Unterschiedliche Seiten können verschiedene Leistungen und Informationsbedürfnisse bedienen. Eine Gesamtzahl zeigt diese Unterschiede nicht. Für eine konkrete Entscheidung sollten deshalb die relevanten Seiten und die zugehörigen Fragen betrachtet werden.

Was sollte zuerst verbessert werden?

Zuerst wird ein konkreter Befund benötigt. Ein fehlerhafter Kontaktweg, eine unklare Leistungserklärung oder eine offene Frage zur Auffindbarkeit führen zu unterschiedlichen Aufgaben. Die Priorität richtet sich nach Ihrem Vorhaben und den überprüfbaren Beobachtungen.

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